Rollschneider und Schneidematte richtig pflegen

die Tage besuchte mich ein leidenschaftlicher Hobby-Näher von Puppenkleidern und suchte nach ausgefallenen Stoffen für sein neuestes Puppenprojekt. Schnell wurde er fündig und beobachtete mich beim Zuschneiden der Stoffe mit Lineal und Rollschneider.

"Was kostet denn so ein Rollschneider?" fragte begeistert und ergänzte: "Der wäre ja prima zum Zuschneiden der Stoff-Streifen für meine Schrägbänder! Ich mache das mit der Schere. Das wird ja nie genau! Und nimmt mir unendlich viel Zeit!"

Am Regal für Näh- und Patchworkzubehör klärte ich ihn über die verschiedenen Größen der Rollschneider und deren Preise auf. Gott sei Dank erwähnte ich, dass man zum Gebrauch des Rollschneiders auch eine Schneidematte benötigt! Denn wer mit dem Rollschneider auf der Tischplatte zuschneidet, der zerstört die Klinge und die schöne Tischplatte!

Ups! Das dämpfte seine Begeisterung. Beides zusammen überstieg sein Budget und er verschob die Investition auf einen späteren Zeitpunkt!

Rollschneider und Schneidematte: ein unschlagbares Team!

Wahrlich! Mit dem Rollschneider ist das exakte Zuschneiden von Stoffen spielend einfach. Nur sollte man das auf einer Schneidematte tun! Eine Schneidematte besteht aus weichen PVC Schichten, die sich nach dem Schneiden mit dem Rollschneider wieder zusammenziehen. So entstehen zunächst einmal keine Spurrillen! Man nennt so eine Schneidematte darum auch oft "selbstheilende Schneidematte".

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Selbstheilende Schneidematten brauchen Pflege,

damit sie lange halten! Denn bei häufigen Gebrauch - insbesondere, wenn man immer auf der gleichen Stelle zuschneidet - verschleißt auch die beste selbstheilende Schneidematte mit der Zeit: die Spurrillen werden immer tiefer! Wer dann weiterhin mit dem Rollschneider auf ihr schneidet, wird rasch bemerken, dass die Klinge stumpf wird! Und die Schnitte auch nicht mehr so exakt ausfallen.

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Also versucht, immer mal an anderen Stellen auf der Schneideunterlage zuzuschneiden! Oder dreht sie ganz einfach mal um, wenn Ihr die Rastereinteilung nicht benötigt. Ist doch so: meistens verwenden wir die Zentimetereinteilung. Und so ist es natürlich, dass die Schneidematte auf dieser Seite schneller abnutzt und wir eine neue Schneidematte benötigen, obwohl die Rückseite der alten Matte noch völlig intakt ist!

Nie mit stumpfen Rollschneider auf der Schneidematte zuschneiden!

Apropos: stumpfer Rollschneider! Am Anfang dachte ich: "Ach die alte Klinge geht doch noch!" Und wollte so Geld sparen! Bis ich bemerkte, dass ich mit meinem Geiz dabei war, richtig viel Geld auszugeben!

Denn mit stumpfer Klinge braucht man beim Zuschneiden viel Kraft und gräbt tiefe Spurrillen in seine Schneidematte. Die ziehen sich dann nicht wieder zusammen! Hand auf's Herz: was kostet eine Klinge im Vergleich zu einer neuen Zuschneidematte??????? Ist es da nicht besser, die Klingen auszutauschen? Ganz davon abgesehen, dass man mit einer scharfen Klinge viel leichter und exakter zuschneidet!!!!!

Schneidematten immer flach lagern!

Nicht jeder ist in der komfortablen Lage, ein eigenes Nähzimmer zu haben und muss nach dem Nähen aufräumen. Da stellt sich die Frage, wohin mit der Schneidematte? Kommt bloß nicht auf die Idee, die Schneidematte aus Platzgründen zusammen zu rollen. Die Matte wird dadurch krumm. Auch nicht an der Heizung oder sonstige Wärmequellen lagern: durch Wärme verbiegt sich die Matte.

Ich habe meine erste Schneidematte an einer Wand aufrecht hingestellt. Auch das war ein fataler Fehler: Die Matte rutschte leicht nach unten weg. Als ich sie dann wieder verwenden wollte, musste ich feststellen, dass sie an einer Seite völlig verbogen war! Irreparabel!!!

So sieht die Matte aus:

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Lagert eure Matte also immer flach. Wer kann schiebt sie einfach unters Bett!

Schneidematte nie auch als Bastelunterlage verwenden!

Versteht mich nicht falsch: natürlich eignet sich eine Schneidematte auch als Bastelunterlage! Wer aber gerne bastelt und näht, der sollte sich für beide Hobbys jeweils eine eigene Unterlage zulegen. Beim Basteln wird geklebt. Leicht tropft der Kleber auf die Matte und trocknet an. Den angetrockneten Kleber rückstandslos zu entfernen ist nicht leicht. Oft bleiben Rückstände auf der Matte und sie wird uneben. Dadurch leidet beim Stoffzuschneiden die Qualität des exakten Schnittes. 

Reinigen der Schneidematte

Eure Schneidematte reinigt Ihr am besten mit einem feuchten Tuch. Habt Ihr auf der Matte Vlies zugeschnitten, dann sammeln sich gerne Fusseln vom Vlies in den feinen Einschnitten der Matte. Die entfernt Ihr durch kräftiges Reiben mit dem Zeigefingers auf der Fussel-Spur. Durch das Reiben verklumpen die Fusseln und ihr könnt sie leichter abwischen.

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Hilft das nicht, dann versucht es mit einem Radierschwamm.

Aber was wäre die Schneidematte ohne den Rollschneider????

Wusstet Ihr, das Rollschneider erst im Jahr 1975 erfunden wurden? Da fragt man sich, wie die Menschen davor ohne dieses geniale Hilfsmittel so tolle Quilts fertigen konnten!?

Auch der Rollschneider braucht Pflege

Nehmt dazu den Rollschneider in regelmäßigen Abschnitten auseinander und entfernt die Faserrückstände. Ein kleiner Tropfen Nähmaschineöl auf die Klinge lässt sie anschließend leichter laufen und trägt wesentlich zum exakten Arbeiten bei.

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Rollschneiderklinge nur zum Zuschneiden von Stoffen verwenden

Rollschneiderklingen bleiben nur schön scharf, wenn sie ausschließlich zum Stoffzuschnitt verwendet werden. Da ist es genauso wie mit der guten Stoffschere.

Natürlich kann man mit einem Rollschneider auch andere Materialien perfekt zuschneiden: ich schneide damit gerne Grußkarten oder Karton und Leder zu. Nur, dazu verwende ich eigenen Rollschneider, meinen Bastel-Rollschneider.

Auch Vlies solltet Ihr mit Eurem Stoff-Rollschneider nicht schneiden. Vlies - insbesondere Bügelvlies - macht die Klingen stumpf. Nehmt dazu den "Bastel-Rollschneider".

Tipp: legt in den Bastelrollschneider die gebrauchte Klingen Eures Stoff-Rollschneiders! Für diese Zwecke ist die ausgedienten Klinge lange Zeit immer noch perfekt geeignet. 

Keine Stecknadeln oder andere harte Gegenstände auf der Schneidematte

Ordnung ist das halbe Leben und spart Geld! Darum vergewissert Euch vor dem Zuschneiden mit dem Rollschneider, dass nur Stoff auf der Schneidematte liegt. Wenn Ihr nämlich mit dem Rollschneider z.B. über eine vergessene Stecknadelt rollt, dann ist die Klinge hin! Auch wenn es nur ein einziges Mal war.

Um sicher zustellen, dass Ihr keine Nadel überseht, fahrt mit einem Magneten über die Schneidematte. Er sammelt alles Metallisches auf!  Dazu eignet sich hervorragend der "magnetische Nadelhalter" von Clover. Er sammelt Nadeln sicher ein und bewahrt sie gleich auf – ein Nadelkissen erübrigt sich.

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So, das waren nun meine Tipps rund um die Pflege von Rollschneider und Schneidematte. Ich hoffe, nichts vergessen zu haben!

Wenn Euch noch weitere Tipps einfallen, dann schreibt sie auf und sendet sie mir zu. Ich würde mich riesig freuen und veröffentliche sie gerne unter diesem Blog-Beitrag. So können dann alle davon profitieren!

Auf jeden Fall wünsche ich Euch viel Spaß beim Zuschneiden und Basteln mit Rollschneider und Schneidematte!

Eure Tanja

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  • Betr. Schneidematte

    Toller Tipps auch mit den alten Klingenberg und dem kleinen Tropfen Oel. Nähe zwar schon lange aber Oel und Stoff.......hätte ich sonst nie ausprobiert. Liebe Grüße Rosi Von der Herzkissenaktion Westküste

  • Danke

    Da ich seit gut 10 Jahren Patchworkarbeiten mache, sind die hier gegebenen Tipps einfach fantastisch. Natürlich Pflege ich meine Dinge auch, aber es hat mir trotzdem viel geholfen. Vielen Dank