Das richtige Patchworkzubehör für Patchworkanfänger

Wie oft werde ich in meinem Stoffgeschäft gefragt: "Was ist für mich als Patchworkanfänger (in) das richtige Patchworkzubehör ?"

Andere Kundinnen trauen sich nicht zu fragen und wählen völlig unsicher einen 18 mm Rollschneider (weil er gerade im Angebot ist) und dazu eine Mini-Schneidematte (weil sie die preisgünstigste ist). Sie wählen das Günstigste, weil sie erst einmal abwarten wollen, ob ihnen Patchworken tatsächlich Spaß macht. Das ist verständlich – aber falsch gedacht! Mit diesem Zubehör wird Ihnen das neue Hobby kaum Spaß machen, weil es völlig ungeeignet ist und Misserfolge vorprogrammiert sind. Dann sage ich augenzwinkernd "Das verkaufe ich Dir nicht!" Welches-Patchworkzubeh-r-brauche-ich-wirklichIn meinem Onlineshop für Patchworkstoffe und Westfalenstoffe habe ich auch schon ganz andere Fälle erlebt: eine Kundin bestellte kürzlich unsäglich viele Patchworklineale, Patchworkschablonen, Markierstifte und, und, und. Im ersten Moment freute ich mich über diesen großen Auftrag. Dann keimte der Verdacht auf, dass eine Patchworkanfängerin vorsichtshalber alles kaufte, um ja das Richtige dabei zu haben. Ich rief sie an und es stellte sich heraus: ich lag mit meiner Vermutung richtig. Auch zu dieser Kundin sagte ich scherzhaft: „Das verkaufe ich Ihnen nicht“

Warum?

Patchworken kann zu einem wunderschönen Hobby werden, in der man seine Kreativität ausleben und seine Alltagssorgen vergessen kann. Patchworken ist stückweise eine Therapie für alle verletzten Seelen, weil man beim Nähen das Hier und Jetzt vergisst. Wichtig ist nur, dass man gleich am Anfang Erfolge hat und zum Weitermachen motiviert ist. Misserfolge führen nur dazu, dass die Flinte ins Korn geworfen wird. Und wäre so schade!!!!!

Darum ist es so wichtig, mit den richtigen Werkzeugen zu starten! 

Was sind nun die wichtigsten Dinge beim Patchworken?

Nun ja:

  • Die richtige Nähmaschine
  • Die richtigen Stoffe und das richtige Vlies
  • Das richtige Garn
  • Das richtige Patchworkzubehör

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Die richtige Nähmaschine:

Meines Erachtens reichen beim Patchworken preisgünstige Einsteigermaschinen völlig und lange aus.

Sie bieten in der Regel alle Stiche und Funktionen, die man beim Patchworken benötigt. Wichtig ist nur, dass man sie beim Fachhändler kauft!!!!!!!!!! Nicht im Internet, nicht bei Tchibo oder im Aldi!!!!! Das sage ich aus eigener, leidvoller Erfahrung!

Der Fachhändler berät und hilft das richtige Modell zu wählen. Und zeigt auch, wie man mit der Maschine umgeht. Repariert die Maschine, wenn sie kaputt ist und hat Zeit für Sie!

Eine anonym im Internet gekaufte Maschine ist einfach da und Sie müssen damit klar kommen. Aber Anfangsschwierigkeiten sind vorprogrammiert, die mitgelieferten Handbücher scheinen in chinesischer Sprache verfasst zu sein und helfen wird Ihnen keiner!

Also lohnt es sich ein paar mehr Euros in die Hand zu nehmen (was allerdings nicht so sein muss) und so leicht die erste Starterhürde zu überwinden.

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Die richtigen Stoffe

Bitte vermeiden Sie unbedingt, verschiedene Stoffqualitäten in einer Patchworkarbeit zu verwenden. Damit meine ich z. B. neue Baumwollstoffe, Polyesterstoffe (z. B. alte Gardinen), Seide, Jersey, Jeansstoffe, Kordstoffe o.ä.. Ein Materialmix ist aufgrund der verschiedenen Materialeigenschaften sehr schwer zu verarbeiten. Und so ist der Erfolg zweifelhaft – insbesondere bei Patchworkanfängern! Nach der ersten Wäsche kann es noch schlimmer kommen, wenn z. B. die Restkrumpfung (Einlaufen) der Stoffe unterschiedlich und damit die Patchworkarbeit völlig verzogen ist. Schade um die viele Arbeit!

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Wählen Sie also nur Baumwollstoffe einer Qualität! Damit will ich nicht sagen, dass es sich dabei um Patchworkstoffe handeln muss.

Zweifelsohne sind Patchworkstoffe am besten geeignet – insbesondere, wenn man später von Hand quilten möchte. (Warum das so ist, können Sie hier nachlesen).

Die Baumwollstoffe von Westfalenstoffe sind auch sehr gut für Patchworkarbeiten geeignet. Allerdings sind sie etwas grober – dafür aber wesentlich lichtbeständiger und verschleißunanfälliger als die teureren Patchworkstoffe.

Wenn man mit einfachen und oft auch billigeren Dekostoffen beginnen möchte, dann ist es auch o.k., solange man Baumwollstoffe wählt und wenn man später nicht von Hand quilten möchte. Da sich aber die Baumwollstoffqualitäten von Hersteller zu Hersteller deutlich unterscheiden, sollten sie den Fachhändler unbedingt nach gleichen Qualitäten der verschiedenen Stoffdesigns befragen. Falls das nicht möglich ist, dann am besten erst einmal ein Stoffpaket wählen. Stoffpakete haben den Vorteil, dass i.d.R. Stoffe gleicher Qualitäten, mit abgestimmten Farben und Mustern zusammengestellt sind. In meinem Webshop garantiert zu 100%.

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 Sehen Sie hier: Stoffpaket Junger Farbmix blau mit seinen Einzelstoffen

Das richtige Garn

Gleichgültig ob Sie nun mit Patchworkstoffen, Westfalenstoffen oder Dekostoffen aus Baumwolle loslegen: arbeiten Sie mit einem reißfesten und nähsicheren Polyestergarn, das für feine und mittelschwere Stoffe ausgelegt ist. Ich verwende gerne das Madeira Aerofil Garn 120.

Zurzeit gibt es Garnboxen von Tchibo im Angebot. Damit habe ich persönlich schlechte Erfahrungen gemacht! Mit den Garnen bin ich meines Lebens nicht mehr froh geworden. Denn das Garn riss ständig. Noch schlimmer war es mit den vorgespulten Garnspulen! Die haben meine Nähmaschine kaputt gemacht!!!!!!! Als ich dann mit der kaputten Maschine bei meinem Fachhändler aufschlug, musste ich lernen, dass meine Pfaff Maschine nur mit Original-Pfaffspulen betrieben werden darf. Ich habe das Garn nur noch für Flickarbeiten von Hand verwendet und am Ende alles weggeworfen. Also hatte ich am verkehrten Ende gespart!

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Das richtige Patchworkzubehör

Als Patchworkanfänger braucht man nur 5 Dinge - und schon hat man für lange Zeit vollkommen ausreichendes und vor allen Dingen auch das richtige Patchworkzubehör.  Mit den richtigen Dingen vermeiden sie am Ende teuere Doppelkäufe und man ist dem Patchworkerfolg einen großen Schritt näher gekommen.

Während man in der Bekleidungsnäherei Stoffe mit einer Stoffschere zuschneidet, schneidet man beim Patchworken die Stoffe mit einem Rollschneider: nur so kann man wirklich gerade und genaue Schnitte anfertigen und millimetergenaue Stoffstreifen, Quadrate, Rechtecke und Dreiecke anfertigen.

Ein Rollschneider sieht aus wie ein Pizzamesser: eine messerscharfe runde Klinge, die mit einem Führungshebel über den Stoff geschoben wird und ihn so durchschneidet. Damit man beim Schneiden nicht den guten Tisch beschädigt  und die Klinge lange scharf bleibt, braucht man neben eine Rollschneider Unterlage – die sogenannte selbstheilende Schneidematte. Passgenaues Zuschneiden erfordert dann Drittens noch ein Patchworklineal.

Weiterhin brauchen Sie

  • Rostfreie, feine Stecknadeln - am besten mit Kopf
  • Die richtige Nähmaschinen Nadel

Maßband, Sicherheitsnadeln, Nähnadeln zum Handnähen, Kreide und Stoffschere wird ja jeder schon haben. Alle übrigen Hilfsmittel kommen dann später – Schritt für Schritt nach.

Der richtige Rollschneider

Rollschneider gibt es in verschiedenen Größen und von verschiedenen Anbietern. Jede Rollschneidergröße hat eine bestimmte Verwendung. Welche das sind, können Sie hier nachlesen. (zur Info: wenn Sie auf hier klicken, gelangen Sie zur Produktkategorie Rollschneider. Bitte scrollen Sie die Seite ganz bis nach unten - da finden Sie viele nützliche Informationen zum Thema. Zum Beispiel wofür welcher Rollschneider eingesetzt wird, wie er gepflegt wird, wozu Sie ihn noch benutzen können .....)

Einem Anfänger empfehle ich einen Rollschneider mit einem Klingendurchmesser von 45 mm. Er ist der Universalrollschneider mit dem man viele Anwendungszwecke erfolgreich erfüllt.

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Die richtige Schneidematte

Die richtige Schneidematte sollte selbstheilend sein. Die meisten Schneidematten bestehen aus PVC Schichten. So sind sie weich genug, dass die Schneideklinge beim Schneiden nicht stumpf wird und sich die Rillen, die beim Schneiden auf der Matte entstehen, wieder zusammen ziehen – also lange Zeit keine „Spurrillen“ entstehen.

Wichtig ist, dass auf Ihrer Schneidematte zumindest eine quadratische Maßeinteilung in cm und 45° Linien gedruckt sind. Diese brauchen Sie zusammen mit Ihrem Patchworklineal, um exakte Stoffstreifen, Stoffquadrate  und –Dreiecke zu zuschneiden.

Und dann kommt es noch auf die Größe der Schneidematte an. Die Schneidematte sollte mindestens 45 cm x 60 cm groß sein. Sie ist dann groß genug, um damit hälftig gefaltete Patchworkstoffe (gefaltet ca. 55 cm breit) in Streifen zu schneiden. Mehr Info’s zu den verfügbaren Schneidematten können Sie hier nachlesen

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Das richtige Patchworklineal

Einige Patchworkanfänger glauben, dass ein normales Lineal ausreichend sei. Gut – man kann mit ihm gerade Schnitte machen. Ein Patchworklineal kann aber viel mehr:

Es wird gleichzeitig zum Messen und zum Schneiden benötigt. Darum ist ein Patchworklineal auch 16 cm breit und aus durchsichtigem Kunststoff. Auf dem Kunststoff ist eine Metrik aufgebracht, die uns hilft, exakte Stoffstreifen in z. B. genau 5cm Breite oder 9 cm Breite oder 15 cm Breite zu zuschneiden. Und genau mit den Stoffstreifenschneiden über die Stoffbreite hinweg beginnt man bei den meisten Patchworkprojekten.

Danach werden die Stoffstreifen in Quadrate, Rechtecke oder Dreiecke unterteilt. Und dafür benötigt man die Winkellinien auf dem Patchworklineal.

Viele Patchworkzubehör Startersets beinhalten ein Patchworklineal mit der Abmessung 15 cm x 30 cm. Das ist aber viel zu kurz!!!!

Wie gesagt: fast jedes Patchworkprojekt beginnt mit dem Schneiden von Stoffstreifen über die gesamte Stoffbreite. Patchworkstoffe liegen 110 cm breit und werden hälftig gefaltet – sind dann also nur noch ca. 55 cm breit. Mit einem Lineal von 15 x 60 cm kann man den gefalteten Stoff gut in Streifen schneiden.

Mit einem Lineal von 15 x 30 cm müsste man den Stoff noch einmal falten. Das heißt, es liegen dann 4 Stofflagen aufeinander, die gleichzeitig geschnitten werden müssen. Und das ist bei den meisten Patchworkanfängern oft problematisch: das Lineal verrutscht, die Stoffe verrutschen, die Schnitte sind nicht mehr exakt und beim späteren Zusammennähen passt nichts mehr zusammen!

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, diese Startersets nicht mit ins Sortiment aufzunehmen und die Kunden lieber zum Kauf eines großen Lineals von 15 x 60 cm zu überzeugen. Denn früher oder später werden sie es sowieso kaufen und das kleine Lineal nur noch in Ausnahmefällen verwenden.

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Es gibt noch so viel mehr zu der Auswahl des richtigen Patchworklineals zu berichten – das können Sie hier nachlesen. (zur Info: wenn Sie auf hier klicken, gelangen Sie zur Produktkategorie Patchworklineale und -Schablonen. Bitte scrollen Sie die Seite ganz bis nach unten - da finden Sie viele nützliche Informationen zum Thema und worauf Sie bei dem Kauf eines Patchworklineales achten sollten).

Die richtigen Stecknadeln

Sie werden jetzt sicherlich sagen: „Warum Stecknadeln – die habe ich doch schon!“

Ja, wir alle haben Stecknadeln zu Hause – und wenn es die Nadeln sind, die im neuen Oberhemd von Mann, Sohn oder Opa steckten. Bitte prüfen Sie Ihre Stecknadeln auf folgende Eigenschaften:

  • Die Stecknadeln müssen rostfrei sein! Beim Patchworken wird oft mit Dampf gebügelt und auch wenn die Einzelteile mit Stecknadeln erst nur fixiert sind. Gibt dabei ihre Stecknadel Rost in den schönen, teuren Stoff ab, dann ist das wirklich schade – denn Rostflecken sind nur sehr schwer zu entfernen.
  • Die Stecknadeln müssen sehr fein und spitz sein, weil Sie
    • mit feinen Stoffen arbeiten und dicke Nadeln den Stoff zerstechen
    • mit feinen Stecknadeln die Stoffe auch exakter fixieren können
    • aufgrund der besonderen Stecktechnik beim Patchworken, mit der Nähmaschine über die Stecknadeln nähen. Die Nähmaschinennadel schiebt die dünne Stecknadel sozusagen an die Seite. Das kann sie bei dicken Stecknadeln aber nicht immer und trifft die Nadel. Dann kommt es zum Nähmaschinennadelbruch!
  • Die Stecknadeln sollten eine Länge von 3,6 cm haben.
  • Die Stecknadeln sollten einen hitzebeständigen Glaskopf haben. Glaskopf deswegen, weil Sie sie dann besser entfernen können (insbesondere wenn Sie lange Fingernägel haben) und hitzebeständig, weil Sie oft Bügeln müssen, wenn die Nadeln noch die Stoffe fixieren.

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Die richtige Nähmaschinennadel

Beim Patchworken arbeiten wir mit leichten Baumwollstoffen. Die dürfen Sie auf keinen Fall mit einer dicken Jeansnadel nähen. Denn so zerstören Sie den Stoff – die Naht sieht katastrophal aus, wenn nicht sogar Ihre Nähmaschine anfängt zu spinnen. Zum Patchworken empfehle ich die Schmetz Universal Nähnadel mit der Stärke 70. Sie ist dünn und spitz und gleitet durch den Stoff, ohne ihn zu zerstören.

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Aber Achtung: Auch, wenn die richtige Nähmaschinennadeln eingesetzt ist, kann sie trotzdem schlechte Nähresultate abliefern! Nähnadeln werden im Laufe der Zeit stumpf – entweder durch die ganz normale Abnutzung oder wenn man sie für andere Zwecke eingesetzt hat (z.B. über Papier nähen). Und stumpfe Nadeln, genauso wie falsche Nadeltypen, können den Stoff zerstören!!!!

Wenn Sie also nach langer Zeit wieder mit dem Nähen beginnen möchten, dann zuerst den verwendeten Nadeltyp prüfen und danach einmal Probenähen. Wenn das Resultat nicht zufriedenstellend ist, dann unbedingt die Nähnadel austauschen!

 

So, das wäre jetzt erst einmal das Allerwichtigste zum Thema Patchworkzubehör Grundausstattung oder Starterset für Patchworkanfänger.

Weitere Informationen zum Thema Starterset für Patchworkanfänger

Wenn Sie noch mehr Info's zu den verschiedenen Patchworkzubehör Artikeln benötigen, dann empfehle ich Ihnen, in meinem Webshop die Kategorieseiten zum Thema Patchworkzubehör und Zubehör zum Quilten und Applizieren durch zublättern. Da ist es wie im Kaufhaus: Man muß erst durch die ganzen Regale schlendern, um dann endlich das zu finden, was man sucht! [Ich kann die Ironie einfach nicht lassen :) ] In Ihrem Fall sollten Sie weitere nützliche Informationen suchen, bevor sie etwas kaufen! Und diese Informationen stehen auf den Seiten jeweils ganz unten - nach den Produktbildern. Leider konnte ich systemtechnisch den Text nur dort unterbringen!

Wenn Sie sich aber lieber persönlich austauschen möchten, dann rufen Sie mich einfach an. Die Kontaktdaten finden Sie hier!

Liebe Grüße aus dem Kreativ Atelier Rose Decoration sendet Ihnen

tanja_niebuhr_offermann

Weiterführende Informationen

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