Applikationen selbst gemacht

Also, um das Ganze vorweg zu nehmen: Ich kann weder malen noch zeichnen!!!!!!  Das ist fatal, wenn man eine selbstgenähte Tasche, ein selbstgenähtes Kissen, ein T-Shirt,  eine Tischdecke mit thematisch und farblich passenden Applikationen versehen möchte.

Dabei verstehe ich unter Applikationen Bilder, die aus verschiedenen Stoffen zusammengesetzt, also sozusagen mit verschiedenen Stoffen gemalt werden, um sie danach auf eine Tasche, T-Shirt, Decke, Kissen.... zur Verschönerung und manchmal auch zum Verdecken von Flecken oder Löchern auf zu nähen.

Wo kann man fertige Applikationen finden

 Rose-Decoration-verschiedene-Applikationen

 

Nun ja, es gibt fertige Applikationen im Handel zu kaufen. Meistens sind es gestickte Applikationen, die man aufbügeln kann. Problematisch ist nur, dass man nur selten das passende Motiv in der richtigen Größe und den passenden Farben findet.

Wenn man einen Patchworkstoff findet, auf dem das gewünschte Motiv in den richtigen Farben und der richtigen Größe gedruckt ist, das ist genial – bräuchte man das Motiv doch nur ausschneiden und zu applizieren. Doch dieser Fall ist wie ein Sechser im Lotto!

In der Regel wird man nicht fündig und es bleibt nur eins: Man muss selbst ran!

Applikationen zum Aufnähen im Internet finden

Dank moderner Technik – oder genauer gesagt: dank Google - ist es auch gar nicht schwer. Im Internet sind eine Menge toller Malvorlagen vorhanden, die man leicht modifizieren und danach in Schablonen für Applikationen transformieren kann.

Einfach in die Google Suche „Malvorlagen“ oder ganz spezifisch z. B. „ Malvorlage Pinguin“ eingeben.

Malvorlage-Pinguin

Auf die „Bilder“ Suche klicken und es tauchen ganz viele Bilder mit Pinguinen auf.

Malvorlage-Pinguin-2

Dann das passende Motiv auswählen, ausdrucken und nach Bedarf vergrößern oder verkleinern. Bei der Motivwahl sollte man am Anfang  darauf achten, möglichst einfache Bilder auszuwählen.

Bei mir sollte ein Kissen mit einer farblich abgestimmten Pinguinfigur versehen werden. Mit ein bisschen Geduld habe ich dann dieses Motiv gefunden:

Auswahl-Pinguin

Festlegen, wie die Applikation farblich gestaltet sein soll

Im nächsten Schritt wird festgelegt, wie die Malvorlage mit verschiedenfarbigen Stoffen farblich sozusagen „ausgemalt“ werden soll.

Meine Pinguine sehen am Ende so aus:

Rose-Decoration-Applikation-Pinguin

Bei dem kleinen Pinguin ist der Körper also grau-weiß kariert und der Schnabel / Füße sind rot.

Malvorlage in Einzelzuschnitte zerlegen und Schablonen fertigen

Wie Ihr am Bild oben seht, setzt sich die Applikation des kleinen und großen Pinguins aus mehreren Einzelteilen zusammen. Dafür fertigt Ihr jetzt Schablonen zum Zuschneiden der entsprechenden Stoffe. Im Falle des kleinen Pinguins sind das:

  1.  der Körper
  2. die beiden Füße
  3. der Schnabel 

Die Formen dieser Körperteile paust Ihr von der Malvorlage ab. Dazu eignet sich transparentes Butterbrotpapier. Das wird auf die Bildvorlage gelegt und die entsprechende Körperform wird nachgezeichnet.

Wenn Ihr die Füße und den Schnabel später auf dem Trägerstoff appliziert, ist es von Vorteil, wenn da, wo z. B. Füße und Körper zusammen liegen, die Füße etwas größer gestaltet sind, als Ihr sie von der Malvorlage abpausen könnt. Denn so könnt Ihr später den Stoff für den Körper über den der Füße legen und gestaltet perfekte Übergänge. Darum zeichnet die Füße an diesen Stellen etwas größer. Siehe rote Markierung auf dem Bild unten. Das gleiche gilt auch für den Schnabel.

Kleiner-Pinguin

Wenn alle Körperteile abgepaust sind, werden sie aus dem Pauspapier ausgeschnitten, auf eine Pappe übertragen und wiederum ausgeschnitten. Die Zuschneide Schablonen sind nun fertig gestellt.

Vielleicht kommt jetzt die Frage auf, warum für das Flügelchen des kleinen Pinguins keine Zuschnittsvorlage erstellt wird. Die Antwort ist ganz einfach: Körper und Flügel sollen später gleichfarbig sein. Es wird also nur ein Stoff verwendet. Die Kontur des Flügels wird  durch eine dicke Steppnaht gezeichnet. Das gleiche gilt für die Schnabellinie und den Fußlinien.

Wenn die Schablonen zum Zuschneiden der Körperteile fertig sind, wird noch eine Schablone für den ganzen Pinguin erstellt.  Diese Schablone „kleiner Pinguin komplett“ gebraucht Ihr, um die Umrisse des Pinguins mit einem Markierstift auf den Trägerstoff zu übertragen, auf den Ihr später den Pinguin applizieren wollt. Diese Umrisse dienen als Orientierung, wo exakt die Einzelteile – also Füße, Schnabel, Körper – positioniert werden müssen.

Worauf es beim Applizieren mit der Nähmaschine ankommt

Beim Applizieren vieler kleiner Stoffstücke mit der Nähmaschine kommt es darauf an, das

  1. die Stoffstücke beim Aufnähen nicht verrutschen
  2. die Stoffe (insbesondere, wenn Ihr feine Stoffe verwendet) durch den Zick-Zack Stich nicht krumpeln.

Die Stoffstücke verrutschen nicht, wenn sie vor dem Aufnähen auf den Trägerstoff fixiert werden. Das geht super einfach mit dem Vlieseline Vliesofix. Vliesofix ist ein beidseitig klebendes Vlies. Eine Seite dieses Vlieses ist leicht rauh. Das sind kleine Klebepunkte, die sich durch Wärme verflüssigen und mit dem Stoff verbinden, auf dem das Vliesofix gebügelt wird. Auf der anderen Seite des Vlies sind ebenfalls Klebepunkte, die aber durch eine Schutzfolie geschützt sind. Wie das Vliesofix verarbeitet wird, zeigt dieser Film

 

Stoffe krumpeln beim Applizieren mit der Nähmaschine nicht, wenn sie durch einen Trägerstoff stabilisiert werden. Dafür eignet sich das Vlieseline Stickvlies 314 Stitch-n-Tear. Das Vlies wird unter dem Trägerstoff gelegt. Mit Stecknadeln befestigt. Dann wird appliziert und danach wird das Stickvlies abgerissen.

Zum Applizieren mit der Nähmaschine verwendet Ihr den Zick-Zack Stich. Stellt Ihn so klein und eng wie möglich ein. Und übt erst einmal auf einem Probelappen, wie Ihr die Maschine führt, wenn Ihr Kurven und Ecken nähen müsst. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Wenn Ihr dann sicher seid, dann geht es los - mit der ersten (fast) selbst entworfenen Applikation.

Ich wünsche Euch viel Spaß dabei!

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