Shirts und Loops aus Stoffschnipsel

wie man selbst aus den kleinsten Stoffresten und Wollresten noch schicke Shirts und Loops herstellen kann, zeigte Frau Knake von der Firma Freudenberg im Rahmen der Feier zum 80-jährigen Firmenjubiläum von Westfalenstoffe

Schnell zückte ich meinen Fotoapparat und habe im Bild festgehalten, wie das geht:

Selbstkreierte Stoffe aus Stoffreste fertigen

Als erstes werden aus Stoffresten neue Stoffe gefertigt. Dazu nimmt man einen Streifen Vlieseline Soluvlies. Soluvlies ist ein kaltwasserlösliches Vlies, das man auch als stabilisierende Unterlage für Maschinenstickereien verwendet. Wenn die Stickerei fertig ist, dann einfach in kaltes Wasser tauchen und das Vlies löst sich auf.

Also den Streifen Soluvlies auf eine Unterlage legen und mit dem temporären Kleber Odif 505 sparsam besprühen. Nach dem Einsprühen fühlt sich das Soluvlies leicht klebrig an. Keine Angst: auch der Kleber lässt sich später in der Waschmaschine rückstandslos auswaschen.

Dann auf die klebrige Fläche Stoffe positionieren!

Rose-Decoration-kleine-Stoffschnipsel-schneiden

Wie Ihr seht, verwendet Frau Knake tatsächlich die kleinsten Stoffschnipsel, die bei mir bisher in den Papierkorb gelandet sind.

Rose-Decoration-Stoffschnipsel-auf-Freudenberg-Soluvlies

Dabei ist es gar nicht wichtig, dass die Vliesfläche lückenlos mit Stoffresten bedeckt ist. Ganz im Gegenteil: Lasst ruhig ein paar Lücken. Was immer es werden soll, die kleinen Löcher wirken beim fertigen Shirt oder Loop später total schick!

Wenn die gesamte Fläche mit Stoffresten oder Wolle bedeckt ist, wird das Ganze noch einmal dünn mit dem Positionierungskleber Odif 505 eingesprüht und dann mit einem weiteren Streifen vom Soluvlies abgedeckt.

Rose-Decoration-Odif-und-Freudenberg-Soluvlies

Rose-Decoration-Odif-und-Freudenberg-Soluvlies_2

Alle Stofflagen sind nun fest miteinander verbunden - nichts verrutscht mehr.

Und jetzt werden die Stofflagen gequiltet - Schnörkel, Wellen und Kreise. Das macht wirklich Spaß!

Wer noch niemals gequiltet hat: Jetzt habt Ihr ein wunderbares Übungsobjekt, bei der Ihr Gefühl dafür bekommt, die eigene Bewegung und die Nähmaschinengeschwindigkeit so im Einklang zu bringen, dass gleichmäßige Quiltstiche entstehen.

Wichtig beim Quilten ist nur eines: das gesamte Arbeitsstück sollte mit eng zusammenliegenden Steppnähten abgedeckt werden! Da, wo ihr beim Auslegen der Stoffe Löcher gelassen habt, sollten alle Stoffe rund um die Löcher mit Steppnähten verbunden werden.

Rose-Decoration-Quilten-1

Rose-Decoration-Quilten-2

Nachdem das Arbeitsstück lückenlos gequiltet ist, wird es in der Waschmaschine im Schonwaschgang bei 30° gewaschen, getrocknet und anschließend zu einem Loop, Shirt, Tasche ...... weiterverarbeitet. 

Was Frau Knake daraus gezaubert hat, könnt Ihr hier sehen:

Rose-Decoration-Schicke-Shirts-aus-Stoffschnipsel

Ein Shirt aus Stoff Resten

Rose-Decoration-ausgefallene-Loops-aus-Stoffschnipsel

Ein Loop aus Stoff Resten und Spitze

Rose-Decoration-ausgefallene-Loops-aus-Stoffschnipsel_2

Ein Loop aus Stoffresten, Wolle und Sackleinen

Ich danke Frau Knake für diese wundervolle Idee und dass ich deren Umsetzung in Form von Bildern weitergeben darf!

Meine persönliche Erfahrung beim Fertigen von Stoffen aus Stoffreste

Natürlich wollte ich diese Technik selber ausprobieren!

Das Ergebnis: ein Tischläufer im maritimen Stil! Hier ist er:

Rose-Decoration-L-ufer-aus-Stoffschnipsel

Stoffreste kombinieren und quilten

Es macht Spaß, die Stoffschnipsel zu verteilen, das Ergebnis zu begutachten, die Stoffschnipsel wieder umverteilen oder neue Stoffreste reinsortieren, begutachten und so weiter und sofort. Das ist so richtig kreativ!!!! Ich habe dazu mehrere Tage benötigt. Denn gerne fange ich eine Arbeit an, lasse sie dann eine Weile liegen und mache dann z. B. am nächsten Tag weiter. Meine Erfahrung ist, dass man mit ein wenig Abstand besser beurteilen kann, ob eine Stoffkombination gut ist oder nicht.

Am meisten Spaß hat mir aber das Quilten gemacht! Wellen, Kreise, Linien und Wellen, Kreise und Linien. Überrascht hat mich, dass das nicht so mal eben ging! Es braucht doch Zeit und vieeeel Garn! Aber es macht Spaß!

Haltbarkeit des neuen Stoffes auch nach dem Waschen

Beim Auswaschen musste ich an die Warnung von Frau Knake zurückdenken: "Verwenden Sie den temporären Kleber Odif 505 sparsam!"  Für mich kein leicht umzusetzender Ratschlag, da ich immer lieber etwas mehr als zu wenig nehme. In diesem Fall hatte ich auch noch die Befürchtung, dass es nicht richtig klebt!  Das Resultat: Das Arbeitsstück musste 3 x gewaschen werden, um den Kleber vollständig zu entfernen!!!!!

Und beim letzen Waschgang hatte ich dann auch noch vergessen, die Schleuderfunktion der Waschmaschine abzustellen! Aber: Dem Werkstück - so fragil es auch wirkt - ist nichts passiert und sieht super aus.

Was man bei der Fertigung von Loops aus Stoffresten beachten sollte

Eigentlich wollte ich ja aus den Stoffresten einen Loop machen. Warum er dann doch zum Tischläufer umfunktioniert wurde:

Ich habe Stoffschnipsel aus Patchworkstoffen genommen. Die sind aber auf der linken Seite nicht bedruckt. Das sieht bei einem Loop unschön aus, da man ja beide Seiten sehen kann.

Darum sind jetzt 2 weitere Projekte in Planung:

ein Loopschal aus Wolle und Spitze und ein Loopschal aus Webstoffen von Westfalenstoffe. Gerade Webstoffe haben ja den Vorteil, dass sie aus gefärbtem Garn gewebt werden und daher links und rechts gleich aussehen. Mal sehen: vielleicht verwende ich für den 2. Loop auch Batikstoffe. Die sehen ja vorne und hinten auch gleich aus.  Welche Stoffkombination ich für den 2. Loop verwende, hängt von meinen neuen Wintersachen ab, die ja noch beschafft werden müssen :) :).

Der Woll-Loop ist aber "gesetzt", da ich die Wolle schon liegen habe!

Rose-Decoration-Wolle

Vom Ergebnis werde ich berichten!

Liebe Grüße aus dem Kreativ Atelier Rose Decoration sendet Euch

Tanja Niebuhr-Offermann

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